Der Wildgarten – ein wilder Ort der gepflegt wird.

Wir versuchen mit der Natur zu arbeiten – nicht gegen sie.

Ihre Zeichen erkennen, sie nutzen und ihr entgegenkommen, Gehilfe sein, mit gelegentlichen Pflegearbeiten das Wachstum der Pflanzen etwas lenken.

Die meisten Pflanzen lassen sich durch Beschneiden bändigen, selbst Brombeeren und Bambus - ohne Rhizomsperre und mühsames Ausgraben. Das Ergebnis ist erstaunlich und nicht langsamer erreicht als mit großem Energieeinsatz.

So entsteht ein vielfältiges, harmonisches und gesundes Ganzes.

In einer Welt, deren Komplexität und Vielfalt für den Einzelnen kaum zu verstehen ist, können wir etwas gebrauchen, das einfach und direkt zu „durchschauen“ ist.

Oftmals sind die einfachsten Dinge schwerer zu finden als die komplizierten. Nach diesem Einfachen suchen wir.

Pflanzen  wie Bambus, der in seiner Struktur schon so anregend ist, dass er sogleich Ideen liefert: ein Rohr, gleichmäßig geformt, mit einer sehr harten Außenschicht und regelmäßigen Knoten und Astansätzen  - der aber leider kein Bleiberecht erhalten hat und so verschwinden musste.

Oder wie die Brennessel:  Unauffällig bis unangenehm aber voller guter Eigenschaften. Schmetterlingswiege, ein leckeres Gemüse, Heilkraut und guter Dünger.

Techniken,wie das Flechten, Knoten und Knüpfen, Schnitzen, oder Lehm formen.

 

Unser Grundgedanke ist: wie können wir das aktuelle Problem mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen so gut wie möglich lösen.  

Seit 1996 bearbeiten wir das Gelände. Zu Anfang war es ein von Brombeeren, Disteln und hohem Bocksgras überwuchertes Hanggrundstück, durch das wir uns mit Schere und Säge Stück für Stück durcharbeiteten.

Dabei entdeckten wir immer wieder Neues: Johannisbeerensträucher, einen alten Apfelbaum, Kirsch- und Birnbäume, Walnüsse … die Ruine einer kleinen Frühbeet- und Wärmebeetanlage (die wir inzwischen auf Betreiben des Bauamtes wg diverser Naturschutzgebietauflagen "zurückbauen" mussten!) mit Zisterne und Anzuchtbeet, völlig überwuchert von Brombeeren.  Wunderbare Ecken und Nischen, die nur darauf warteten aus ihrem Dornheckenschlaf geweckt zu werden.

Und uns wurde klar, dass dieses Gelände zu schade ist, um es für sich allein zu behalten. Daher öffneten wir es bald für andere Menschen.

Seit 1998 fanden hier regelmäßig Veranstaltungen statt:

-  das Bambusfest, das  am 20.9. 2014  zum 12.und letzten Mal stattfand und die Gelegenheit bot u.a. Bambus als Werkstoff kennen und schätzen zu lernen.

- regelmäßige Gruppenveranstaltungen mit Kindern aus Köln und Umgebung

- Sommerferienprogramm von versch. Kölner /Bonner Kindergärten und OGS

- private Feiern, Workshops und Seminare  bis 2021.